Jugendschutz & "Mutti-Zettel"

Auszug aus dem Jugendschutzgesetz (JuSchG) 
vom 23. Juli 2002 (BGBl. I S. 2730, 2003 I S. 476), [...], geändert durch Artikel 3 des Gesetzes vom 31. Oktober 2008 (BGBl. I S. 2149)

Abschnitt 1 Allgemeines 
§ 1 Begriffsbestimmungen 
(1) Im Sinne dieses Gesetzes 
1. sind Kinder Personen, die noch nicht 14 Jahre alt sind, 
2. sind Jugendliche Personen, die 14, aber noch nicht 18 Jahre alt sind, 
3. ist personensorgeberechtigte Person, wem allein oder gemeinsam mit einer anderen Person nach den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs die Personensorge zusteht, 
4. ist erziehungsbeauftragte Person, jede Person über 18 Jahren, soweit sie auf Dauer oder zeitweise aufgrund einer Vereinbarung mit der personensorgeberechtigten Person Erziehungsaufgaben wahrnimmt oder soweit sie ein Kind oder eine jugendliche Person im Rahmen der Ausbildung oder der Jugendhilfe betreut.

§ 2 Prüfungs- und Nachweispflicht 
(1) Soweit es nach diesem Gesetz auf die Begleitung durch eine erziehungsbeauftragte Person ankommt, haben die in § 1 Abs. 1 Nr. 4 genannten Personen ihre Berechtigung auf Verlangen 
darzulegen. Veranstalter und Gewerbetreibende haben in Zweifelsfällen die Berechtigung zu überprüfen. 
(2) Personen, bei denen nach diesem Gesetz Altersgrenzen zu beachten sind, haben ihr Lebensalter auf Verlangen in geeigneter Weise nachzuweisen. Veranstalter und Gewerbetreibende haben in Zweifelsfällen das Lebensalter zu überprüfen.

§ 5 Tanzveranstaltungen 
(1) Die Anwesenheit bei öffentlichen Tanzveranstaltungen ohne Begleitung einer personensorgeberechtigten oder erziehungsbeauftragten Person darf Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren nicht und Jugendlichen ab 16Jahren längstens bis 24 Uhr gestattet werden. 
(2) Abweichend von Absatz 1 darf die Anwesenheit Kindern bis 22 Uhr und Jugendlichen unter 16 Jahren bis 24 Uhr gestattet werden, wenn die Tanzveranstaltung von einem anerkannten Träger der Jugendhilfe durchgeführt wird oder der künstlerischen Betätigung oder der Brauchtumspflege dient. 
(3) Die zuständige Behörde kann Ausnahmen genehmigen.

on 14/04/2015 by Super User
War das hilfreich?

Wenn Du länger als 24 Uhr auf einer Veranstaltung bleiben möchtest, benötigst Du beim Einlass folgende Unterlagen, die beim Veranstalter verbleiben:

  1. Ein von den Eltern oder Erziehungsberechtigten ausgefülltes Formular zur "Erziehungsübertragung" (Keine handgeschriebenen Waschzettel)
  2. Die Ausweiskopie des unterzeichnenden Elternteils zum Unterschriftenvergleich.
  3. Den Erziehungsbeauftragten (Volljährig) in Begleitung beim Einlass und dessen Ausweis.
  4. Deinen Ausweis
on 14/04/2015 by Super User
War das hilfreich?

Dem "Erziehungsbeauftragten" kommt nach dem Gesetz eine besondere Verantwortung zu. Er übernimmt stellvertretend für die Eltern die Aufsicht über einen minderjährigen Jugendlichen. Nachfolgend ein paar Ratschläge und gesetzliche Vorgaben.

  1. Am besten sollte nur Aufsicht für EINEN Jugendlichen übernommen werden.
  2. Die Verantwortung wird übernommen, bis der Jugendliche wieder zu Hause ist.
  3. Evtl. können auch rechtliche Konsequenzen bei Verletzung der Aufsichtpflicht folgen (z.B. Jugendlicher betrinkt sich hemmungslos).
  4. Am besten erfolgt die Beauftragung auch persönlich von den Eltern.
  5. Keine Aufsicht von UNBEKANNTEN Jugentlichen übernehmen (Blanko-Formulare).
  6. Klare Absprachen (auch Grenzen) mit dem Jugendlichen im Beisein weiterer Personen (ggf. als Zeuge).
  7. Selber soweit nüchtern sein, dass man die Aufsichtspflicht auch wahrnehmen kann
on 14/04/2015 by Super User
War das hilfreich?

Die Eltern oder Erziehungsberechtigten sind verantwortlich für die Auswahl des Erziehungsbeauftragten. Die nachfolgenden Kriterien sollen Eltern bei der Auswahl berücksichtigen:

  1. Die Eltern kennen die Person.
  2. Die Eltern sprechen der Person die Fähigkeit zu, die Aufsichtspflicht und die Erziehung des Kindes in deren Namen zu übernehmen.
  3. Die Eltern sprechen der Person ggf. notwendige Autorität  gegenüber dem Kind zu.

Unterschreiben Sie Formulare niemals blank!

on 14/04/2015 by Super User
War das hilfreich?

Für Gastronomen gibt es 3 Gruppen von jungen Gästen: 

  1. Jugendliche im Alter zwischen 16-18 Jahren OHNE Erziehungsbeauftragten
    Erlaubter Aufenthalt nach JuSchG: bis 24:00 Uhr
  2. Jugendliche im Alter zwischen 16-18 Jahren MIT Erziehungsbeauftragten
    Erlaubter Aufenthalt nach JuSchG: je nach Einzelfall, normal länger als 24:00 Uhr
  3. Junge Erwachsene ab 18

Probleme:

  1. Türsteher uns Sicherheitspersonal müssen diese Gruppen unterscheiden können 
  2. Überprüfung der Unterlagen auf Vollständigkeit und Plausibilität (kostet mehr Zeit am Einlass)
  3. Thekenpersonal benötigt eine Möglichkeit, um die Ausgabe von harten Alkoholika das Alter zu kontrollieren

Möglichkeiten:

  1. Aufbewahrung der Unterlagen bis meherere Tage nach der Veranstaltung in Registern zum schnellen Zugriff bei Notsituationen
  2. Zwei oder Drei verschiedene Stempel oder Bändchen

Logo zum Download: 

on 14/04/2015 by Super User
War das hilfreich?
Zum Seitenanfang